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Für seine Wohneinrichtungen schuf Rosenthal ausgewogene Verbindungen zwischen der architektonischen Hülle, den Einbauten und dem freistehenden Mobiliar. Er gehörte – vor allem in Deutschland–zu den ersten Modernisten, die diesen traditionell bourgeoisen Ansatz adaptierten, was seine große Popularität in der Pariser Designpresse jener Zeit begründete. Rosenthal betrachtete den Innenraum als ein ganzheitliches Gestaltungsproblem und ordnete alle Einrichtungsgegenstände der aus der Architektur des Raumes abgeleiteten Gestaltungsidee unter; sei es in einer seiner freistehenden Villen, wo er für die gesamte Gestaltung verantwortlich zeichnete, oder bei einem Wohnungsumbau, bei dem er auf die vorgefundenen Gegebenheiten reagierte. Einer seiner kuriosesten Ideen war, Materialien von Möbeln auf Wände und Böden übergreifen zu lassen.